Über den Wolken, ai ai ai – muss die Flugangst nicht grenzenlos sein

herlibauch Mittel und Tipps gegen Flugangst

Ja, ich leide unter Flugangst!

Keine Ahnung seit wann und weshalb, aber allein der Gedanke an einen Flug sorgt für Herzrasen und feuchte Augen. Du kennst das vielleicht, jedoch geht jeder anders damit um. Und das ist auch gut so! Ängste sind so individuell wie jede einzelne Person. Wichtig ist, sich nicht von Ängsten leiten zu lassen. Leichter gesagt, als getan – ich weiß!

Reisen trotz Flugangst

Ich habe für mich beschlossen, mich nicht von meinen Ängsten steuern zu lassen und gehe trotzdem auf Reisen. Nicht mehr zu fliegen ist für mich keine Lösung, sondern eine Bestrafung. Immerhin würde ich mir somit die Gelegenheit rauben, ferne Länder und Kulturen kennenzulernen – und meinem Mann gleich mit. Das wäre nicht fair. Und wer aus beruflichen Gründen reisen müsste, lässt vielleicht eine Karrierechance sausen. Ein paar stressige Stunden nimmt man für eine geile Zeit oder einen tollen Job doch gerne in Kauf!

Das heißt aber nicht, dass ich nicht daran arbeite, meine Flugangst loszuwerden.

(Wunder-)Mittel gegen Flugangst

Tja, danach suche ich auch noch.

Ich bin weder Expertin, noch Therapeutin, kann Dir aber sagen, was mir persönlich hilft, die Flugangst zu überwinden:

  1. Ganz wichtig: Nicht den Kopf aus-, sondern einschalten! Was ich damit meine, ist, dass Du Dir klar machen solltest, wovor genau Du eigentlich Angst hast und Dich dann darüber informierst. Ist es ein Geräusch? Sind es Turbulenzen? Traust Du der Technik oder dem Piloten nicht? Je mehr Du weißt, desto irrationaler kommen Dir Deine Ängste vor. Besser noch: Manchmal löst sich die Angst in Luft auf, weil sie bloß auf Unwissenheit beruht. Abgesehen davon tut es einfach gut, wiederholt zu lesen, dass ein Flugzeug statistisch das sicherste Verkehrsmittel der Welt ist und wie viel so ein Flieger abkann. Wie heißt es so schön? „Gefahr erkannt – Gefahr gebannt“.
  1. Alkohol ist keine Lösung! Ja ok, er lockert vielleicht die Stimmung. Aber eben auch Deine Angst an Bord. Ich werde jedenfalls nicht mehr zum Piccolöchen greifen.
  1. Lenk Dich ab: Lies ein Buch, höre Musik, vielleicht läuft ein spannender Film? Ich sortiere gerne meine Bilder und Videos auf dem Handy aus. Das lenkt mehr ab, als man meint – immerhin will man ja nicht die falschen Dateien löschen. Hortest Du auch Dateien und hast keinen wirklichen Überblick mehr? Dann probier’s auf dem nächsten Flug aus!
  1. Vermeide Stress. Sei lieber zu früh am Flughafen und trink gemütlich einen Kaffee oder Tee, als zum Boarding zu hetzen. Vielleicht isst Du ja auch noch eine Kleinigkeit – das soll einem flauen Magen vorbeugen. Auch an Bord solltest Du genug trinken und je nach Flugdauer eine Kleinigkeit essen.
  1. Probier’s mal mit Gemütlichkeit! Wähle Kleidung, in der Du nicht frierst und die Dich nicht einengt. Das tut der Sitzplatz schon zu genüge. Das gleiche gilt für die Schuhe. Deine Füße werden es Dir danken, wenn sie anschwellen, weil Du stundenlang eingeengt auf Deinem Platz sitzt. Gute Kopfhörer, die den Fluglärm absorbieren und auch nach Stunden angenehm zu tragen sind, sind Gold wert.
  1. Wähle einen Sitzplatz aus, an welchem Du Dich wohlfühlst. Über den Tragflächen spürt man die Bewegungen des Flugzeugs angeblich am wenigsten. Sie versperren Dir auch die Sicht nach „unten“, falls die Höhe Dir Angst macht. Hier hilft auch die Rollos zu schließen, sobald die Flughöhe erreicht ist oder ein Gangplatz. Wenn Dir die Angst auf die Blase schlägt, kommst Du so auch zur Toilette, ohne über jemandes Schoß klettern zu müssen, wenn er schläft oder ihn/sie zu bitten aufzustehen. Zudem fühlt man sich dort weniger eingeengt.
  1. Wenn Dich die Angst einholt: Sieh dich um. Es beruhigt Dich vielleicht zu sehen, dass die anderen Passagiere tiefenentspannt sind. Schließe danach Deine Augen, atme tief ein und aus. Fang an bis 20 zu zählen – so blöd es auch klingt. Es lenkt ab. Alles, was Deine Atmung und damit Deinen Puls beruhigt, ist erlaubt. Es gibt auch spezielle Entspannungsübungen, die man im Sitzen durchführen kann.
  1. Die Angst vor der Angst… Es ist wirklich okay unter Flugangst zu leiden. Damit bist Du ganz bestimmt nicht alleine. Schäme dich nicht vor anderen Passagieren, wenn sie es mitbekommen. Weihe sie lieber vorher ein, um sie nicht „anzustecken“ – das endet auch gerne mal in einer netten Unterhaltung. Besonders Flugbegleiter sind hier eine große Hilfe und dürfen ruhig eingeweiht werden. Auf meinem letzten Flug hat mir der Steward signalisiert, dass alles gut ist und mir hier und da ein Lächeln auf’s Gesicht gezaubert, wenn ich nervös wurde.
  1. Pack Dir ein persönliches Care Paket zusammen. Ob Glücksbringer, Kaugummis, Naschereien, Ersatzkleidung, Erfrischungstücher oder ein Deo. Alles, was erlaubt ist und für Dein Wohlbefinden sorgt, gehört rein. Letztere kommen bei mir immer mit. Wenn mich die Angst trotzdem überrollt hat, hilft es, sich mal kurz frisch zu machen und vielleicht sogar das Oberteil zu wechseln, wenn man das Gefühl hat, nach Angstschweiß zu riechen.
  1. Bei Nachtflügen powere ich mich vorher durch Sport aus oder mache die Nacht davor durch, damit ich müde genug bin um zu schlafen. Selbstverständlich nur, wenn ich dann nicht selbst Auto fahren muss oder sonst wie konzentrationsfähig sein muss. Ich bitte die Flugbegleiter mich nicht zu wecken (entweder betätige ich den Knopf, oder im direkten Gespräch).
  1. Der allerletzte Schritt sind Beruhigungsmittel oder Schlaftabletten, was Du vorher unbedingt mit Deinem Arzt besprechen solltest! Vielleicht ist auch eine Angsttherapie sinnvoll. Generell gilt: Reden hilft! Sprich mit Freunden und Familie über Deine Angst. Ich selbst möchte demnächst an einem Flugangst-Seminar teilnehmen, welches letztes Jahr bedingt durch Corona abgesagt wurde und nun nachgeholt wird.

Ich werde berichten und hoffe, dass ich Dir vielleicht sogar einen Ansatz liefern konnte, Deine Flugangst zu überwinden.

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