DIY Hängebett – Anleitung

Warum ein Hängebett?

Der lang ersehnte Frühling naht. Wir spüren die Wärme der Sonne auf unserer Haut, die Luft beginnt zu duften und die Blütenpracht bringt endlich wieder Farbe in die triste Landschaft. Die Vögel zwitschern und auch wir Menschen sind wieder aktiver und voller Motivation und Vorfreude auf steigende Temperaturen.

Alle Gedanken kreisen darum, wie man eine gemütliche Atmosphäre auf der eigenen Terrasse bzw. im Garten schaffen kann. Was gibt es also schöneres, als im Garten oder auf der Terrasse langsam in den Schlaf gewogen zu werden und nicht nur die Seele, sondern den ganzen Körper baumeln zu lassen? Auf meinem DIY Hängebett spürt man beim Schlafen leichte, beruhigende Bewegungen. Ein ganz vertrautes Gefühl aus der Kindheit macht sich breit. Dabei noch die Vorzüge aller Jahreszeiten wahrzunehmen, lässt mich alles um mich herum vergessen. Ich persönlich schlafe darauf am besten, wenn es draußen regnet wie aus Eimern. Das weckt schöne Erinnerungen, die ich hier schon beschrieben habe.

Und dieses tolle Gefühl möchte ich mit Dir teilen!

Warum ein selbstgebautes Hängebett?

Ich selbst habe mich schwer getan, etwas passendes zu finden. Das Hängebett musste entweder teuer im Ausland bestellt werden, oder entsprach schlichtweg nicht meinen Anforderungen. Es sollte sich zum schlafen eignen, aber auch zum sitzen. Am besten für zwei Personen und natürlich gemütlich.

Ich habe für mich beschlossen, es selbst zu bauen und begab mich auf die Suche nach einer passenden Anleitung: Fehlanzeige. Ich wäre aber nicht ich, wenn mich das aufhalten würde. Also zeichnete ich drauflos, erstellte eine Einkaufsliste und legte los!

Wie erwartet, lief nicht alles reibungslos. Schließlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Dennoch bereue ich nichts: Es hat tierisch Spaß gemacht und gespart habe ich auch noch! Es ist einfach ein tolles Gefühl, etwas Einzigartiges aus eigener Kraft geschaffen zu haben.

Ich habe nochmal alles zusammengetragen und veröffentliche nun die Anleitung, um Dich Deinem Traum vom Hängebett einen Schritt näher zu bringen.

Glaube mir: Wenn ich das geschafft habe, schaffst Du das auch! Bedenke nur, dass ich kein Profi bin und die Anleitung garantiert nicht frei von Fehlern ist und optimiert werden kann. Ein Schreiner hat nun sicherlich Grund zum Lachen. Du und ich haben ein Hängebett, das gut aussieht und funktioniert. Also haben wir doch alle gewonnen!

Ich habe nachfolgendes Werkzeug verwendet. Nicht alles wird zwingend benötigt, ich hatte aber alles da und bin den Weg des geringsten Widerstandes gegangen.

  • Akkuschrauber
  • Kappsäge
  • Bohrmaschine
  • Holzbohrer
  • Kegelsenker
  • Forstnerbohrer
  • Multischleifer / Exzenterschleifer
  • Handschleifer
  • Schraubenzieher
  • Ring Maulschlüssel mit Ratschenfunktion
  • Rundpinsel
  • Lackierwalzen
  • Zollstock bzw. Lasermessgerät
  • Schreinerwinkel
  • Malervlies / Abdeckfolie
  • Leiter
  • Schraubzwingen
  • Teppichmesser
  • Spachtel
  • Wasserwaage
  • Bleistift

Ich habe es zwar komplett alleine gebaut, jedoch hätte eine helfende Hand hier und da nicht geschadet.

Folgende Schutzmaßnahmen ersparen Dir noch die eine oder andere Blessur…

  • Schutzbrille
  • Gehörschutz
  • Arbeitshandschuhe (Hinweis: Arbeite niemals mit Handschuhen an drehenden Werkzeugen wie Sägen!)
  • Arbeitsschuhe

Und allein zu Deinem Schutz sollte immer jemand in der Nähe sein, der im Falle des Falls schnell Hilfe leisten kann. Beim Gebrauch gewisser Gerätschaften kann auch mal was passieren. Von kleineren bis hin zu schweren Verletzungen – das sollte man nie vergessen!

Ich habe folgendes Material verwendet. Du kannst sicherlich auch andere Schrauben verwenden – ich habe manche verwendet, weil ich sie bereits vorrätig hatte.

  • Aufhängung
    • 4 Gliederketten Ø 6mm
    • 8 Karabinerhaken
    • 8 Augbolzen M12 x 120 (aufgrund von 10er Deckenbalken)
    • 16 Bauscheiben M12
  • Holz
    • ca. 15 Glattkantbretter Fichte/Tanne gehobelt gefast 18 mm x 70 mm x 2100 mm
    • ca. 4 Glattkantbretter Fichte/Tanne gehobelt gefast 18 mm x 170 mm x 2100 mm
    • ca. 4 Konstruktionsvollholz NSI Fichte/Tanne 80 mm x 100 mm x 2500 mm
    • 1 Kantholz Fichte/Tanne sägerau 58 mm x 78 mm x 2000 mm
  • Eisenwaren
    • optional 4 Winkelverbinder 90° mit Sicke verzinkt 70 mm x 70 mm x 55 mm
    • optional 8 Strebenverbinder 45° verzinkt
    • 8 Holzschrauben Senkkopf Ø 6 mm x 120 mm
    • 4 Holzschrauben Senkkopf Ø 6 mm x 200 mm
    • 8 Sechskantkopf Holzschrauben Ø 10 mm x 120 mm verzinkt
    • Holzschrauben Senkkopf Ø 4 mm x 50 mm
    • Holzschrauben Senkkopf Ø 6 mm x 70 mm
    • Holzschrauben Ø 4,5 mm x 60 mm
  • Sonstiges
    • Holzspachtelmasse
    • Holzleim
    • ca. 50 Holzdübel Ø 6 mm x 30 mm
    • selbstklebendes Dichtungsband
    • Holzspachtelmasse
    • Grundierung und Farbe
  • Damit es auch bequem wird
    • Matratze 120 cm x 200 cm
    • Keil- und Zierkissen
    • optional: Matratzenvollbezug atmungsaktiv und abwischbar

Du benötigst:

  • 2 x Konstruktionsvollholz (Länge 200 cm, Breite 8 cm, Höhe 10 cm)
  • 2 x Konstruktionsvollholz (Länge 104 cm, Breite 8 cm, Höhe 10 cm)
  • 4 Winkelverbinder 90°
  • 8 Sechskantkopf Holzschrauben Ø 10 mm x 120 mm
  • Holzschrauben Ø 4,5 mm x 60 mm
  • Holzleim
  1. Fange an einer Ecke an und arbeite dich Ecke für Ecke vor. Ich habe einen Winkel pro Ecke verschraubt, damit nichts verrutscht und das Bett nicht krumm und schief wird. Du kannst aber auch einen Schreinerwinkel verwenden. Hier ist eine helfende Hand zwar nicht nötig, aber viel bequemer.
  2. Trage immer etwas Holzleim auf, bevor Du etwas fest verschraubst.
  3. Ich habe pro Ecke zwei Sechskantkopf Schrauben übereinander verschraubt. Aufgrund ihres Durchmessers solltest Du auf jeden Fall vorbohren! Bei Ø 10 mm bohrst Du 7 mm vor. Nimm auf jeden Fall Bohrer, die noch schön scharf sind. Andernfalls ist das eine langwierige und anstrengende Angelegenheit…
  4. Zudem bohrst Du mit einem Forstnerbohrer (Ø 25 mm) ein Sackloch, welches mindestens 8mm tief ist, damit der Sechskantkopf komplett darin versenkt werden kann. Das Konstruktionsvollholz wird später mit Brettern verkleidet, die Schraubenköpfe wären dann im Weg.
  5. Es ist zwar mühsam, aber die Schrauben habe ich mit einem Gabelschlüssel reingebracht. Ich habe es zuvor maschinell versucht und mir dabei aufgrund des Widerstandes fast das Handgelenk verdreht.
  6. Die Winkel waren auch praktisch, weil sie die Bohrung für die Augbolzen vorgegeben haben, an welchen das Hängebett später hängt. So war gleich sichergestellt. dass sich die Augbolzen in jeder Ecke an der selben Stelle befinden. Daher ist es natürlich wichtig, dass Du nicht irgendwelche Winkel verwendest, sondern welche, deren Öffnung groß genug für M12 Augbolzen ist (12 mm).
  7. Die Bohrung solltest Du unbedingt vornehmen, bevor du die Streben anbringst, weil Du sonst nicht mehr richtig rankommst und sehr präzise und gerade von außen das Loch treffen musst. Hier spricht jemand aus Erfahrung…

Du benötigst:

  • 4 x Konstruktionsvollholz (Länge 45 cm, Breite 10 cm, Höhe 8 cm)
  • 1 x Kantholz (Länge 184 cm, Breite 5,8 cm, Höhe 7,8 cm)
  • 8 Strebenverbinder 45°
  • 8 Holzschrauben Senkkopf Ø 6 mm x 120 mm
  • 4 Holzschrauben Senkkopf Ø 6 mm x 200 mm
  • Holzschrauben Ø 4,5 mm x 60 mm
  • Holzleim
  1. Säge Dir nun die vier Streben sauber auf Gehrung zurecht (Länge 45 cm, Winkel 45°). Hierfür habe ich das übrig gebliebene Konstruktionsvollholz benutzt und vorher umgedreht, damit die Streben oben nicht bündig sind, sondern nur unten. Nach oben sind dann noch ca. 2 cm Luft. Wo du sägen musst, zeichnest Du am besten mit einem Bleistift ein.
  2. Leimen nicht vergessen.
  3. Auch die Streben habe ich wieder mit Winkeln verschraubt, bevor sie fixiert werden. Bloß damit nichts verrutscht, während ich vorbohre und verschraube. Ist also pure Bequemlichkeit und nicht nötig.
  4. Bei Ø 6 mm solltest Du 4 mm vorbohren. Bei den Schrauben ist das nicht wirklich nötig, aber die Schrauben landen dann wirklich dort, wo sie hin sollen und der Kraftaufwand hält sich in Grenzen.
  5. Nehme auch den Kegelsenker zur Hilfe, damit die Senkkopfschrauben leichter im Holz versenkt werden können und später auch nicht bei der Verkleidung stören.
  6. Nach den Streben sägst Du den Querbalken zurecht (Länge 184 cm, Breite 5,8 cm, Höhe 7,8 cm).
  7. Fixiere ihn mittig und auch hier wieder so, dass wie bei den Streben ca. 2 cm Luft nach oben besteht. Ich habe zwei Schrauben übereinander pro Seite eingearbeitet. Bestimmt nicht nötig, aber „nur“ eine war mir irgendwie zu wenig. Als Laie fehlt mir da wohl einfach das Vertrauen in Schrauben.

Du benötigst:

  • 6 Glattkantbretter (Länge 46 cm, Breite 7 cm, Höhe 1,8 cm)
  • 2 Glattkantbretter (Länge 106 cm, Breite 7 cm, Höhe 1,8 cm)
  • 2 Glattkantbretter (Länge 106 cm, Breite 17 cm, Höhe 1,8 cm)
  • Holzschrauben Senkkopf Ø 6 mm x 70 mm
  • Holzschrauben Senkkopf Ø 4 mm x 50 mm
  • Holzleim
  • Holzdübel Ø 6 mm x 30 mm
  1. Säge die nächsten Bretter zu.
  2. Bringe die ersten beiden bündig mit dem vorderen Konstruktionsbalken mit Schrauben an. Unten lässt Du ca. 2 cm überstehen, damit die Unterkonstruktion nicht immer sichtbar ist und Du das Bett bei Bedarf von unten verschließen kannst (z. B. mit OSB Platten).
  3. Fixiere die Bretter mit Schraubzwingen, nachdem du mittels Wasserwaage sichergestellt hast, dass sie gerade sind. Wenn Du Leim aufgetragen hast, solltest Du zügig arbeiten.
  4. Verteile mindestens vier Schrauben (Senkkopf Ø 6 mm x 70 mm) pro Brett in der Breite und Höhe. Achte darauf, dass die Schrauben nicht auf der selben Höhe sind und dadurch aneinander stoßen. Bohre bestenfalls vor und benutze den Senkkopfbohrer, damit die Schrauben nicht abstehen. Sie dürfen ruhig ca. 1 mm versenkt werden.
  1. Nun setzt Du die nächsten zwei Bretter exakt vor die anderen beiden, sodass diese verdeckt und von vorne quasi nicht mehr gesehen werden.
  2. Verschraube sie vorsichtig mit den anderen Brettern (Holzschrauben Senkkopf Ø 4 mm x 50 mm). Bohre aber vor, damit das Holz nicht ausbricht oder die Schrauben irgendwo an der Seite wieder raus kommen.
  1. Das nächste Brett wird hinten bündig mit dem Konstruktionsbalken angebracht.
  2. Noch nicht leimen und fixieren! Zunächst nur eine Schraube unten mittig rein schrauben, damit das Brett noch bewegt werden kann.
  3. Wenn die Bretter noch nicht geschnitten wurden, solltest Du an der Stelle nochmal nachmessen, ob die waagerechten Bretter wirklich 106 cm lang sein müssen. Wenn nicht, kannst du die Bretter problemlos nach Maß sägen, damit der Zwischenraum so klein wie möglich ist.
  4. Ist das obere Brett im Wasser, kannst Du mit einem Bleistift markieren, auf welcher Höhe die vier Dübel sein sollen. Nimm das Brett herunter und vorsichtig die acht Bohrungen für die Dübel vor (Ø 6 mm, 1,5 cm tief).
  5. Arbeite die vier Dübel in das Brett ein (etwas Leim kann hier auch nicht schaden) und verbinde es erst mit dem vorderen, bereits fixierten Brett. Anschließend mit dem hinteren. Gewalt ist hier keine Lösung! Nimm ein Holzbrett, welches nicht mehr benötigt wird und halte es hinten an das Brett ran. Wenn jemand das Brett vorne festhält, kannst Du vorsichtig dagegen hämmern, bis kein Spalt mehr sichtbar ist. Keine Sorge, es bleibt nicht so instabil, wie es in dem Moment scheint.
  6. Sitzen diese Bretter, kann nun auch das hintere Brett, welches Du nur mit einer Schraube angebracht hast, fixiert werden.
  7. Danach widmest Du Dich dem unteren Brett. Bevor du es fest verschraubst, solltest Du markieren, wo die Bohrung für die Augbolzen vorgenommen werden muss. Vielleicht hast du einen dünnen, langen Bleistift, mit welchem Du vom Winkel aus eine Markierung vornehmen kannst, wenn Du das Brett dranhältst. Nachmessen, ob es passt, und zumindest schon vorbohren. Teste kurz, ob die Augbolzen wirklich durchgehen. Sonst wird es hinterher mühsam…
  8. Anschließend kannst Du das untere Brett fixieren.
  9. Diese Schritte wiederholst Du auf der anderen Seite.

Du brauchst:

  • 4 Glattkantbretter (Länge 60 cm, Breite 7 cm, Höhe 1,8 cm)
  • 2 Glattkantbretter (Länge 121,8 cm, Breite 7 cm, Höhe 1,8 cm)
  • 1 Glattkantbrett (Länge 189,6 cm, Breite 17 cm, Höhe 1,8 cm)
  • 1 Glattkantbrett (Länge 58,5 cm, Breite 17 cm, Höhe 1,8 cm)
  • 2 Glattkantbretter (Länge 58,6 cm, Breite 17 cm, Höhe 1,8 cm)
  • 2 Glattkantbretter (Länge 58,5 cm, Breite 7 cm, Höhe 1,8 cm)
  • 4 Glattkantbretter (Länge 58,6 cm, Breite 7 cm, Höhe 1,8 cm)
  • Holzschrauben Senkkopf Ø 6 mm x 70 mm
  • Holzschrauben Senkkopf Ø 4 mm x 50 mm
  • Holzleim
  • Holzdübel Ø 6 mm x 30 mm
  1. Miss nochmal nach, ob die vordere Blende wirklich 189,6 cm breit sein muss und säge sie entsprechend zu.
  2. Verschraube sie fest.
  3. Fertige vier Bretter an, die 60 cm lang sind und bringe sie wieder mit je einer Schraube an, damit sie noch beweglich sind.
  4. Wie bei den Armlehnen (siehe Schritt 22 bis 26) sägst Du die oberen Bretter passend zu und verbindest sie mit Holzdübeln. Fange in der Mitte an.
  1. Danach wiederholst du dies hinten rechts und links.
  2. Sobald alle Bretter sauber drin sind, verschraubst Du alles fest.
  3. Die Rückenlehnen können von hinten verstärkt werden, falls erforderlich. Bei mir hält bisher alles, ohne einen wackeligen Eindruck zu vermitteln.
  1. Nun noch die Abdeckung der Armlehnen. Nochmal ausmessen, passend sägen und verschrauben. Von hinten und von oben.
  1. Die versenkten Schrauben und Risse im Holz kaschierst Du mit der Holzspachtelmasse.
  2. Wenn alles trocken ist, wiederholst du den Schritt bei Bedarf.
  3. Schleife die Flächen und Ecken der Bretter, bis keine rauen Stellen bzw. Unebenheiten mehr vorhanden sind. Die Unterkonstruktion musst du nicht wirklich schleifen. Die sieht später keiner mehr.
  4. Ich habe die Kanten zusätzlich leicht abgeschrägt, weil ich das optisch schöner finde.
  5. Bevor Du mit der Grundierung beginnst, entfernst du den Staub und sorgst mit Malervlies bzw. Abdeckfolie dafür, dass nichts daneben gehen kann und der Boden weiterhin schön bleibt.
  6. Trage die Grundierung auf, gehe dabei gründlich vor. Die Grundierung ist wichtig, um Verfärbungen zu vermeiden und das Holz im Außenbereich zu schützen. Sie dient als eine Art Sperrschicht. Zudem deckt die später aufgetragene Farbe darauf besser.
  7. Trocknungszeiten (ca. 12 bis 14 Stunden) einhalten.
  8. Danach wird das Hängebett lackiert. Achte darauf, nicht zu dick zu lackieren. Verwende lieber hochwertigen Lack, der für den Außenbereich geeignet ist und trage ihn mit dem richtigen Pinsel bzw. einer Lackierwalze auf.
  9. Meistens reicht eine Lackschicht nicht aus, um zu decken, sodass die Schicht fleckig wirken kann. Zudem machen sich UV-Strahlung, Regen, Frost und Temperaturschwankungen schneller auf nur einer Schicht bemerkbar. Daher lieber mehrere dünn aufgetragene Lackschichten (ich habe drei mal dünn lackiert).
  10. Wenn erforderlich, solltest Du zwischendrin nochmal fein abschleifen (z. B. Körnung 240, vielleicht sogar noch feiner) und natürlich abstauben. Dann bilden sich auch keine Lacknasen. Zudem verbinden sich die Lackschichten so angeblich besser miteinander bzw. mit der Grundierung. Geduld lohnt sich hier wirklich. Komm nicht auf doofe Ideen, wie z. B. den Lack mit einem Föhn trocknen zu wollen!

Für den Lattenrost brauchst Du nur noch:

  • 10 Glattkantbretter (Länge 120 cm, Breite 7 cm, Höhe 1,8 cm)
  • Holzschrauben Senkkopf Ø 6 mm x 70 mm
  1. Während die Grundierung bzw. der Lack trocknet, sägst du die Latten für das Hängebett zu. Wegen den Sägespänen und dem Staub am besten nicht grad daneben. Zehn braucht man bestimmt nicht unbedingt, aber mein innerer Monk wollte es so, damit die Latten, die man später gar nicht mehr sieht, trotzdem zum Rest passen.
  2. Auch die Latten gehören geschliffen und grundiert, bei Bedarf auch lackiert.
  3. Um sie sofort rundum grundieren und lackieren zu können, habe ich Schrauben in die Seiten geschraubt, auf denen die Latten dann quasi aufliegen und trocknen können. Zwei Bierbänke oder ähnliches sind dafür perfekt. Auch diese solltest Du in dem Fall vorher abdecken.
  4. Wenn alles trocken ist, legst Du Dir die Latten auf der Unterkonstruktion zurecht.
  5. Bevor Du sie verschraubst, schneidest Du ein paar Stücke selbstklebendes Abdichtband zurecht, welche unter die Latten geklebt werden (oberhalb des Querbalkens). Der Raum zwischen den Latten und dem Querbalken ist gewollt, damit zumindest etwas Federung vorhanden ist. Dank dem Abdichtband hört man es aber nicht, wenn die Latten auf der Unterkonstruktion aufkommen sollten.
  6. Verschraube die Latten vorne und hinten mit der Unterkonstruktion.
  1. Nun befestigst Du die Augbolzen. Bauscheiben nicht vergessen, damit nichts ausreißen kann.
  2. Die übrigen Augbolzen (bzw. woran auch immer Du das Bett aufhängen möchtest) anbringen.
  3. Gliederketten ggf. in der Länge anpassen und erst oben mit Karabinern einhängen.
  4. Danach hängst Du das Hängebett Ecke für Ecke mit Karabinern ein.
  5. Falls erforderlich Wandschutz anbringen.
  6. Matratze ggf. beziehen und drauflegen. Sie sollte nicht verrutschen, da die Bretter über die Latten hinausragen und die Matratze festhalten.
  7. Kissen drauf, Drink holen und Seele baumeln lassen!
herlibauch DIY Hängebett
herlibauch DIY Hängebett
  • Gliederketten 34,99 €
  • Augbolzen 42,99 €
  • Bauscheiben 1,99 €
  • Holz: 159,13 €
  • optional Winkel: max. 21,56 €
  • Holzspachtelmasse und Leim: < 10 €
  • Holzdübel, Karabiner und Schrauben: ca. 20 €
  • selbstklebendes Dichtungsband < 5 €
  • Grundierung und Lack: ca. 35 €
  • ggf. Kosten für Schleifpapier, Pinsel und Lackierwalze: < 10€
  • Matratze: 79,90 €
  • Matratzenvollbezug: 29,75 €
  • Keil- und Zierkissen: 92,42 €
  • Wandschutz: ca. 30 €

Die Kosten für das Hängebett betrugen in meinem Fall exakt 515,73 €, obwohl ich bereits einiges vorrätig hatte. Das geht aber noch deutlich günstiger:

  • Grundsätzlich: Vergleiche unbedingt die Preise und informiere dich vorher, was du brauchst und was nicht. Ich war ungeduldig und habe teilweise planlos drauflos gebaut, was letztendlich viel Geld und Geld gekostet hat.
  • Kaufe das Holz nicht grad im nächsten Baumarkt ein, sondern online, oder beim Holzhändler um die Ecke.
  • Wirf mal einen Blick in einen Sonderposten-Baumarkt, in welchem Schrauben etc. abgewogen werden und man grundsätzlich alles günstiger erhält. Dadurch habe ich über 70 € eingespart. Allein die Bauscheiben hätten mich im gängigen Baumarkt 19,04 € gekostet! Die Ware ist keinesfalls minderwertig.
  • Die Winkel kann man weglassen. Da ich das Bett alleine gebaut habe und daher keine helfende Hand hatte, brauchte ich die nur, damit nicht alles krumm und schief ist. Sie waren also eher ein Hilfsmittel.
  • Ich habe einen teuren Lack benutzt, weil ich unbedingt diesen Farbton treffen wollte. Dazu habe ich mehr gekauft als nötig, da ich auch noch unser neues Treppengeländer damit bearbeiten wollte. Das geht also deutlich günstiger.
  • Statt Gliederketten kannst Du auch Seile, und statt Augbolzen ggf. Ösenschrauben nutzen, die günstiger sind. Vielleicht hängst Du es ja auch nur an zwei Punkten auf, damit es nur in eine Richtung schwingt. Achte grundsätzlich darauf, woran das Hängebett befestigt werden kann und wie tragfähig dies ist! Allein das Hängebett wiegt ca. 75 kg, dazu kommen noch Matratze, Kissen und Menschen… Wir saßen schon zu viert darauf. Kalkuliere auf jeden Fall ein, dass 400 kg getragen werden müssen. Dazu bewegt sich das Bett noch, wodurch andere Kräfte wirken.
  • Vieles hat man oft schon daheim. Vielleicht fragst Du mal ganz lieb einen Nachbarn, ob du seinen Pinsel ausborgen kannst bzw. ob er Leim übrig hat. Man braucht nicht viel davon. Das gilt grundsätzlich für die Hilfsmittel und benötigtes Werkzeug.
  • Es gibt sicherlich Einsparpotenzial bei der Matratze und bei den Kissen. Man kann z. B. auch normale, große Kissen verwenden, die schön fest sind.
  • Der Matratzenvollbezug ist auch nicht nötig. Da das Hängebett direkt neben unserem Pool hängt und wir es auch mal nass benutzen, wollte ich die Matratze entsprechend schützen. Dazu kommen noch Nachbarskatzen, die das Hängebett ebenso für sich entdeckt haben und es auch mal entsprechend verschmutzen. Wenn das Hängebett überdacht und nicht wirklich den Witterungen ausgesetzt ist, braucht man den Bezug nicht unbedingt.
  • Auch der Wandschutz ist nicht nötig, wenn das Bett nicht zu nah an der Wand hängt. Ich habe unterschätzt, wie sehr es schwingt und hatte Bedenken, dass die Wand beschädigt wird.
  • Du könntest auch einen fertigen Lattenrost kaufen und dir so etwas Arbeit einsparen und nochmal an Komfort gewissen, da du dann eine verstellbare Lehne haben kannst. Achte dann aber darauf, dass die Glattkantbretter in dem Fall breiter sind als 17cm, damit man den Lattenrost später nicht sieht. Möglicherweise musst du die Arm- und Rückenlehnen in dem Fall auch in ihrer Höhe verändern.
  • Für die Stabilität muss man das Hängebett bestimmt nicht so wuchtig bauen. Ich bin keine Statikerin und kann natürlich für nichts garantieren, aber vielleicht kennst du ja jemanden, der genau berechnen kann, welche Holzstärke tatsächlich benötigt wird und hier auch noch ordentlich Geld sparen. Ich wollte sichergehen. Lieber hält es zu viel aus, als dass es auseinander bricht… Wie sagte mein Mann so schön, als er mein Werk betrachtet hat?: „Die Konstruktion ist ziemlicher Overkill!”
    P.S.: Auch er ist kein Fachmann!
  • Bevor Du anfängst, besorgst du dir am besten schon die Matratze. Warum? Ganz einfach: Sie fallen unterschiedlich aus. Das Matratzenmaß beträgt nicht zwangsläufig exakt 120 cm x 200cm. Bei mir passte es perfekt, sodass ich von dem Maß ausgegangen bin. Lass im Zweifelsfall 1-2 cm Luft, damit die Matratze später nicht rausrutscht oder Du Dich schwer tust, sie zu beziehen.
  • Du kannst das Holz auch im Baumarkt kostenfrei zuschneiden lassen und viel Zeit und Verschnitt sparen. Dazu sparst du dir die Verletzungsgefahr. Ich musste es selbst zuschneiden, da die Baumärkte diesen Service aufgrund von Corona nicht angeboten haben. Du bist natürlich flexibler, wenn Du es selbst machst und etwas verändern möchtest, oder musst, weil sich das Holz verzogen hat.

Melde dich gerne, wenn Du Fragen oder Verbesserungsvorschläge hast und natürlich auch gerne mit dem Endergebnis. Ich wünsche Dir ganz viel Spaß beim Nachbauen!

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